Filzfabrik Wurzen GmbH - Geschichte und Gegenwart

 

Die Wurzeln der Filzfabrik reichen bis ins Jahr 1783 zurück, in welchem die Firma J.D. Weickert in Leipzig gegründet wurde.

Die Erfindung und Weiterentwicklung des Hammerklaviers waren für den Werdegang der Firma von herausragender Bedeutung. Nachdem man begann, die Hämmer von Klavieren mit Filz zu belegen, begann man mit der Entwicklung von Hammerkopffilzen.

Im Jahre 1847 gelang es, den ersten in Deutschland gefertigten Filz zur Verwendung als Hammerkopffilz herzustellen. Dieser Filz wurde erfolgreich in Instrumenten der Pianofortefabrik J.G.Irmler getestet. 

Die Firma nannte sich nun Pianofortefilzfabrik J.D.Weickert.

 

 

 

 

Medaillen und Auszeichnungen unter anderem bei der Industrieausstellung 1850 in Leipzig oder den Weltausstellungen 1851 in London und 1867 in Paris machten die Firma weltweit bekannt.

 

Die vielen um diese Zeit bestehenden und neu gegründeten Pianofabriken  sorgten für eine rasant wachsende Nachfrage für Klavierfilz.
Auch heute bestens bekannte Firmen wie Steinway, Blüthner, Bösendorfer , Ibach, Bechstein oder Rönisch gehörten bereits damals zu den Kunden der Filzfabrik.
Die Fabrik musste ständig vergrößert werden.  Die Zahl der Beschäftigten wuchs von 50 im Jahre 1860 auf 350 Arbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

 

 

 

In der Folgezeit wurde das Sortiment kontinuierlich um
andere Filze erweitert.  Man fertigte technische Wollfilze
für viele verschiedene Industriezweige. Nach 1918 begann
man mit der Herstellung endlos gefilzter Manchons  in
riesigen Dimensionen, die unter anderem bei der
industriellen Herstellung von Papier benötigt wurden.

 

 

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges musste die Firma ein Schicksal erleiden wie die meisten Firmen im Osten Deutschlands.
1951 wurde der Betrieb unter Treuhandverwaltung gestellt und letztendlich verstaatlicht. 
1975 wurde der VEB Technische Filze Wurzen Hauptsitz einer Vereinigung von 12 sich auf dem Gebiet der DDR befindlichen Filz- und Filzwarenfabriken.
Hauptaufgabe war es, den Bedarf der gesamten Industrie im Osten Deutschlands mit technischen Filzen zu decken.
Eine Reihe von Artikeln aus klassischem Filz wurde exportiert – sowohl nach Osteuropa wie auch in den Westen Deutschlands und in andere Länder der Welt.

1991 erwarb Klaus Brand im Einvernehmen mit den Erben der Familie Weickert die Fabrik am Standort Wurzen von der Treuhand.

Zunächst mussten umfangreiche Investitionen durchgeführt werden, um das Unternehmen und die produzierten Filze wettbewerbsfähig zu machen.
Im Vordergrund standen die Steigerung der Qualität sowie die Wiederaufnahme der Produktion von Spezialfilzen. Der Übergang von der Massenproduktion aus DDR-Zeiten hin zur Herstellung von am Kunden orientierten Produkten wurde erfolgreich gemeistert.

Eine Vielzahl neuer Kunden in aller Welt konnte gewonnen werden. Die Anzahl der Beschäftigten stieg von 30 im Jahre 1991 auf heute mehr als 100.

Der Klavierfilz wurde wieder zum Aushängeschild des Unternehmens. Heute ist der Wurzener Hammerkopffilz wieder in der ganzen Welt bekannt. 
Wurzen-Filz oder Weickert-Filz  sind Kunden und Fachleuten in der ganzen Welt ein Begriff.